Rechte Symbole von Linksradikalen

Gastbeitrag von Wolfgang Luley


scheitel
Heute las ich in der WAZ einen kuriosen Artikel, der mich nachdenklich stimmte. Da stand, ein linksradikaler Jugendlicher sei vom Unterricht ausgeschlossen worden, weil er sich nicht politisch korrekt verhalten hatte. Es wurde erwähnt, er sei aktives Mitglied bei der Antifa in Bochum. Ist ein Grund, dachte ich, war es aber nicht! Die „verfassungsfeindliche“ Haltung des Antifas bestand in einer nach links gescheitelten Frisur. Kein Gag! Da ist einer angeblich rechtsradikal, weil er eine nach links gescheitelte Frisur trägt.

Dieser Logik nach müssten Neonazis, die ihre Frisuren nach rechts tragen, linksradikal sein. Muss man das verstehen? Wohl eher nicht.

Interessant an diesem Vorfall war für mich, dass der linksradikale Hintergrund des Schülers keine Rolle spielte. Es wurde wie selbstverständlich erwähnt und nicht hinterfragt. Einzig die Frisur spielte in dem Artikel eine Rolle und das kurzsichtige Verhalten der Schulleitung. Nun mag die Schulleitung kurzsichtig reagiert haben, aber, in einem anderen Sinne, als es der Artikel in der WAZ Nahe legt.

In den Medien geistert im Moment ein Schlagwort umher, der „Kampf gegen Rechts“. Die FDP will eigens dafür sogar ein Ministerium schaffen. Und auch die Antifa ist eifrig hinter Rechten her, die sie das ganze Jahr über „enttarnt“. Seiten, wie Indymedia sind voll mit Berichten über Rechte, die auch gleich mit Bild und Hausanschrift veröffentlicht werden, damit andere Antifas gezielte Aktionen einleiten können. Sei es, die Autos der betreffenden Personen mit Farbe zu beschmieren, oder Sprüche vor deren Hauseingänge zu sprühen. Der links terroristischen Kreativität ist keine Grenze gesetzt.

Abgesehen davon, dass wir ein demokratischer Staat sind, der Meinungsfreiheit garantiert, ist es kein Verbrechen, wenn jemand eine rechte Meinung hat. Das wäre etwa so, als würde ich, der ich rechts bin, auf einer Stufe mit der NSU stehen. Oder anders formuliert: niemand käme auf die Idee, Willy Brandt auf eine Stufe mit der RAF zu stellen. Das entbehrt jeder Logik. Und doch ist es so! Wer sich als Rechter zu erkennen gibt, der gilt als gefährlich.

Kommt die Gefahr aber nicht eher aus der linken Ecke? Die Jugendverbände von den Grünen und den Linken haben derzeit eine Kampagne laufen, die unter dem Namen läuft: Ich – bin – linksradikal. Und die Bekennenden nennen dazu ihren Namen und zeigen ihr Gesicht. Man kann es als jugendliche Spielerei abtun, oder, als Verharmlosung linker Verbrechen erkennen. Was es auch ist.

Und diese Kombination von Verharmlosung und Verhetzung bestimmter Meinungen, halte ich für gefährlich. Die Schulen haben einen klaren Bildungsauftrag, sie haben Werte zu vermitteln wie: Freiheit, Demokratie und Toleranz. Was aber tun sie? Sie regen sich über eine nach links gescheitelte Frisur auf und übersehen die linksradikale Einstellung des Schülers.

Wäre er also ein Linksradikaler, mit einer nach rechts gescheitelten Frisur gewesen, dann wäre er politisch korrekt gewesen.

Diese Kurzsichtigkeit ist eine Gefahr für Meinungsfreiheit und Demokratie. Zum Glück, oder leider, hatte ich als Schüler keine solchen Diskussionen. Das lag an einem entspannteren Zeitgeist und vielleicht auch daran, dass meine Haare nach hinten lagen.

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