Identität statt Identitär

id_npdDer NPD-eigene DS-Versand leistete sich am Sonnabend auf seiner Facebookseite einen Patzter, der selbst unter Parteimitgliedern für Unverständnis sorgt. So wurden dort verschiedene Propagandamaterialien für die „Identitäre Bewegung“ (IB) beworben. „Aktivisten“ dieser Bewegung drohen bereits mit Anzeigen.

Es ist mehr als nur ein Tritt ins Fettnäpfchen, es ist ein Eigentor kurz vor der Verlängerung. Auf seiner Facebookseite bewirbt der DS-Versand nicht nur Textilien und Aufkleber der IB, sondern diese Gruppierung selbst. So heiß es dort:
Es bewegt sich etwas in Europa! – Wer will von Anfang an mit dabei sein? … Wer jetzt seine Sympathie oder seine Zugehörigkeit zu dieser neuen Bewegung demonstrieren möchte, greift jetzt zu und bestellt die ersten Produkte aus der neuen Linie des DS-Verlages„. Es sollte dem DS-Versand bewusst sein, dass sich die IB eindeutig von der NPD distanziert – mehr noch – gegen die NPD agiert. So gibt es mehrere Motive mit durchgestrichenem NPD-Logo auf Aufkleber und Plakaten der IB.
Auch Kontakt zwischen NPD-Funktionären und freien Kameraden in Norddeutschland werden radikal von Seiten der IB abgelehnt. Sie enden grundsätzlich mit Beleidigungen gegenüber den nationalen Aktivisten. Man wolle mit Neonazis nichts zu tun haben.

Selbstverständlich drohen nun auch „Aktivisten“ der IB, die angeblich für Tradition und Heimat stehen, mit Anzeigen gegen den DS-Versand. So heißt es in einem Kommentar des Facebooknutzers Dines Anthemis“, der gegen die gerade erst gerichtlich bestätigte Klarnamennennung auf Facebook und somit gegen die allgemeinen Geschäftsbedingungen verstößt: „Die identitäre Bewegung bleibt weiterhin außerparlamentarisch! Wir haben nichts mit der NPD am Hut!Ich bitte daher freundlichst um eine Löschung, ansonsten werde Ich rechtliche Schritte einleiten müssen...“. Gerade von der IB muss so etwas kommen, denn mit dem BRD Recht haben diese Leute auch nicht viel am Hut. Besucht man die Netzseite der IB Deutschland ist dort ein Impressum zu finden, dass nicht den Anforderungen des Telemediengesetz (§5) genügt. Neben dem Namen Christian Wagner ist nur eine E-Postadresse angegeben. Keine ladefähige Adresse. Auch ist weder auf Plakaten noch auf Aufklebern ein rechtmäßiger V.i.S.d.P. zu finden. Laut Indymedia lautete der Vorname Chistian Wagners bis vor kurzem im Impressum noch Matthias. Es handelt sich bei den möglichen rechtlichen Schritten also nur eine leere Drohung. Keiner der Identitären will seine Identität Preisgeben. Unter solchen Voraussetzungen ist es höchst unwahrscheinlich, dass die IB in irgendeinem Register eingetragen ist und somit Anspruch auf ihren Namen oder das Logo hätte. Somit würde es keinerlei Möglichkeiten für rechtliche Schritte geben. Eine verantwortliche Person im Sinne des Urheber- oder Presserechts scheint nicht zu existieren. Auch keine Klarheit, was diese Leute wirklich wollen.
„Weder Kippa noch Palituch“ lautet ein Motto der IB. Letzteres kann man gerne glauben, die Kippa ist jedoch mehr als unglaubwürdig, wenn man einmal die Zusammenhänge betrachtet. Ein weiterer Initiator sei Alexander K. laut der Feindseite Indymedia. K. ist nicht nur Mitglied der zionistischen PRO-NRW Bewegung, auch auf Aktionen der „German Defense League“ (GDL)sei er anzutreffen. Sowohl die Pro-Bewegung als auch die GDL und die IB stehen der rechten Netzseite „PI News“ (PI) nahe. So hofiert und bewirbt PI die Identitären und GDL. PI bezeichnet sich selbst als proamerikanisch und proisraelisch, also zionistisch. Natürlich sind sie auch kosequent gegen die Islamisierung Europas. Somit kann man der IB alles absprechen, wofür sie einsteht: gegen Rassismus, gegen Kippa, für die Heimat, für die Tradition. Sie sei nicht rechts behauptet diese Bewegung von sich. Sie ist jedoch eindeutig rechts. Aber definitiv nicht national. Es kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden, dass es sich bei der IB um eine vom System gelenkte Organisation handeln könnte, die das nationale Lager spalten soll. Eine gewisse Anziehungskraft auf die Jugend ist ihnen, trotz Untätigkeit abgesehen vom Netzaktivismus, nicht abzusprechen.
Was unser Land nicht braucht ist ein weiteres Mittel um die Jugendlichen weg von der Straße vor die Bildschirme zu holen. Diese Bewegung stört die Verhältnisse im nationalen Lager enorm. Diese Bewegung spaltet.
Nicht nur deswegen ist auch die Initiative der Jungen Nationalisten unter dem Motto „Identität“ als Gegenpol zu begrüßen. Dieser Weg sollte weiterhin verfolgt werden, von der „Identitären Bewegung“ sollte sich die NPD jedoch klar abgrenzen.
Heimat ohne Nation geht nicht. Tradition geht nicht ohne Geschichte. Identität geht nicht ohne unsere Väter.
Identitär war gestern. Heute ist Gesicht zeigen.

Quellen:
http://www.facebook.com/DS.Verlag.de
http://de.indymedia.org

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